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Darf ich vorstellen:  

Harry ...     

Dieser fröhliche, kleine große Kerl heißt Harry. Er ist heute etwa 2 Jahre alt und ist hier nach einem Schlammbad im Gartenteich zu bewundern :-). 

Die Erweiterung seiner Speiseröhre wurde etwa im Alter von einem halben Jahr bei ihm festgestellt. Ich danke Andrea für dieses schöne Bild und vielleicht erzähle ich hier demnächst ein bisschen mehr über ihn...

Teil 1    Stand Juni 2004
Teil 2    Stand März 2005

  
    [ Da ist sie, seine Geschichte, geschrieben von Andrea im Juni 2004: ]
  

Harry war 9 Wochen alt, als wir ihn zu uns holten. Er entwickelte sich prächtig und war auch sonst so, wie man sich einen Welpen vorstellt: lieb, frech, verschmust, verspielt usw.
Nur Eines machte uns immer wieder stutzig: Harry erbrach häufig. Wir und auch unser Tierarzt sind erstmal davon ausgegangen, dass das Erbrechen wohl an der Futterumstellung liegen könnte. Sämtliche Futtermarken wurden durchprobiert. Mal war das Erbrechen mehr, mal weniger. Letztendlich hatten wir also herausgefunden, dass das Erbrechen nichts mit der jeweiligen Futtersorte zu tun hatte. Unzählige Untersuchungen beim Tierarzt folgten: Kotuntersuchung, Blutuntersuchung ect. – es konnte einfach keine Ursache für das Erbrechen gefunden werden.
Harry entwickelte sich trotzdem weiterhin gut und „irgendwie“ glaubten wir nach all den ergebnislosen Untersuchungen, dass Harry wohl einfach ein „Sensibelchen“ ist und ihm hin und wieder etwas „auf den Magen“ schlägt.

Zwischenzeitlich fiel uns bei Harry auf, dass irgendetwas in seinem Brustkorb (unserem Gehör nach zu urteilen) hin und her schwappte. Wir glaubten damals, er hätte wohl Probleme mit der Lunge und ließen ihn daraufhin vom TA abhören. NICHTS! Die Lunge war OK.

Das Erbrechen ging weiter. Zu guter Letzt wurde auch eine Homöopathin zu Rate gezogen, was jedoch auch keinen Erfolg brachte.

Eines Nachts im Januar 2004 spuckte Harry mehr denn je und ich entschloss mich, noch an diesem Tag eine Tierklinik aufzusuchen. Harry wurde in der Tierklinik endoskopiert und geröntgt. Dann die Diagnose: Megaösophagus und chronische Magenschleimhautentzündung. Harry´s Speiseröhre ist nach Aussage des Tierarztes um das 3-4-fache vergrößert.
Wir waren über diesen Befund alle sehr schockiert und am Boden zerstört - zumal uns der Tierarzt gerade mal eine 50/50-Chance gab...

Aber 50 ist ja bekanntlich die Hälfte !!! Und Harry sollte diese Chance bekommen ! Sooo einfach lassen wir uns nicht unterkriegen !!!

Es folgten Tage und Nächte, an denen ich nur noch im WWW nach Gleichgesinnten suchte, bis ich schließlich bei tintenblau.de gelandet bin. Und ich bin überglücklich, diese Internetseite gefunden zu haben.

Ich setzte Juliane´s Tipps in die Tat um:
Harry bekommt seither das Futter in erhöhter Position und wir lassen ihn auch nach der Futteraufnahme noch einige Zeit aufrecht, so dass das Futter sozusagen in den Magen rutschen kann. Das Wasser bekommt er ebenfalls in erhöhter Position. Wir haben hierfür einen Hundenapf an die Wand montiert und einen Stuhl darunter platziert, so dass Harry in gestreckter Position trinken kann und nach der Wasseraufnahme nur noch für kurze Zeit hochgehalten werden muss. Ossis Donut haben wir für Harry durch ein mit Styroporkügelchen gefülltes Bodenkissen ersetzt, da unser Schlawiner den Donut kurzerhand zerlegte :O)

Unser Harry ist ansonsten topfit und nur die Menschen, die ihn kennen, wissen um sein Handicap. Seine Hobbys sind: Schlammbaden, Hühner scheuchen und Autofahren :O)

Wir hoffen natürlich, dass uns unser lieber Harry noch lange erhalten bleibt.

Liebe Grüße Andrea & Harry

 ... und von uns ein RiesenToiToi - alles Liebe! Jul.

          Ups, Harry, im August 2004    ;-))

        
 

Fortsetzung „Harry„   - im März 2005

Harry´s MÖ-Diagnose wurde im Januar 2004 gestellt. Nun ist mittlerweile über ein Jahr vergangen und ich möchte mal wieder berichten, wie wir mit der Krankheit „Megaösophagus“ leben.

Das Wichtigste vorab: Harry geht es sehr gut.

Harry´s Futter bestand bis vor Kurzem aus leckerem pürierten Hähnchen- und Putenfleisch sowie Rinderhack mit frischem Gemüse. Alles wurde immer penibel zerkleinert und stets in gleicher (breiiger) Konsistenz gegeben.

Hier ein Foto, wie Harry in "Stellung geht" und genüsslich futtert.

Die Küchenarbeitsplatte hat für Harry die optimale Höhe, so dass er das Futter gut gestreckt aufnehmen kann.

Das Futter wird nach wie vor auf 3 Mahlzeiten über den Tag verteilt. Nach dem Füttern machen wir´s uns auf dem Sofa gemütlich: Das heißt, Harry wird in einer Position aufrecht gehalten, in der Hundi und Frauchen regelmäßig für ca. 15 Minuten eindösen. Unser Schlawiner (und wir) haben uns mittlerweile an dieses "Ritual" gewöhnt und genießen unser Schäferstündchen nach dem Füttern.

Das Ganze sieht dann so aus:

Katze Trixi "bildet" sich inzwischen ein, sie müsse auch hochgehalten werden ! Die zusätzlichen Schmuseeinheiten lässt sie sich natürlich nicht entgehen !

Seit einigen Wochen nun, hat sich die Konsistenz des Futter komplett geändert. Harry hatte großen Liebeskummer und wollte nichts mehr fressen. Drei Tage lang hielt dieser Zustand an. Alles, was wir ihm - wie immer püriert - anboten, wurde strikt verweigert. Aus lauter Verzweiflung öffnete ich eine Dose Hundefutter mit lecker duftendem Pansen. Diesmal ließ ich ganze Stücke des Hundefutters im Napf und Harry futterte wieder wie ein Scheunendrescher. Das beste aber: er behielt die relativ großen Stücke !!! Alles schien gut gerutscht zu sein !!!
Wow ! Wir waren total erstaunt, da wir ja bis dahin alles breiig pürieren mussten. Seit diesem Tag bekommt er nun sein Futter in größeren Stücken. Kurz vor dem Verfüttern rühre ich einige EL Schmelzflocken an und gebe den Flockenbrei unter das Futter. Es bekommt ihm super gut und ich bin der Meinung, es rutscht somit besser. Jedenfalls spuckt Harry seit der Umstellung von Püriertem auf Stücken so gut wie nichts !!! 
Noch vor einem halben Jahr wäre es schier unmöglich gewesen, ihm irgendwelche Stückchen zu verfüttern. Jeder Krümel wurde Stunden später wieder ausgespuckt. Es ist für uns unerklärlich, wieso dies jetzt mit einem Mal so wunderbar funktioniert !

Nach wie vor müssen wir jedoch genügend Flüssigkeit beigeben, da die pure Wasseraufnahme immer noch ein großes Problem ist. Als hier noch Schnee lag, bediente sich Harry daran und hatte keine Probleme damit, die Flüssigkeit zu behalten. Schlappt er das Wasser wieder aus dem Napf - auch wenn der Napf erhöht steht und Harry danach hochgehalten wird - kommt es wieder zum Husten, Sich-Verschlucken und eventuellem Spucken. Wir möchten es nun in der nächsten Zeit wieder mit Eiswürfeln versuchen ...

Harry bekommt seit einem Jahr 2x täglich ein muskelstimulierendes Medikament mit dem Namen "Kalymin". Dieses Mittel wird u.a. bei Myasthenia gravis eingesetzt. Es soll wie gesagt die Muskeln (und somit die Speiseröhre) anregen, normal zu arbeiten.

Bei Harry wurde kurz nach der MÖ-Diagnose letztes Jahr zudem eine massive Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Juliane schreibt in ihren MÖ-Berichten u.a. auch, dass ein MÖ unter Umständen durch eine Unterfunktion der Schilddrüse hervorgerufen werden kann. Harry ist derzeit auf 600mg L-Thyroxin eingestellt. Eine letzte Blutuntersuchung zeigte bereits eine Besserung der Werte, jedoch immer noch im unterem Bereich. Wir werden also dranbleiben um ihn auf Dauer optimal einzustellen.

Aufgrund der guten Erfahrung, die Juliane mit Vitamin B12 machen durfte, geben wir Harry ebenfalls das hochdosierte Vitamin. Da wir letztes Jahr mit der zusätzlichen Diagnose "chronisch-fibrosierende und atrophische Gastritis" aus der Tierklinik entlassen wurden, wurde Harry mit diversen Magentabletten (Magensäurehemmer) behandelt. Hin und wieder, konnte man feststellen, dass sich Harry´s Magenbeschwerden und das daraus resultierende Sodbrennen durch eine extrem rot-gefärbte Zunge äußerte. Also wurde die Tablettendosis jeweils entsprechend erhöht. Irgendwie hatte ich aber bei der Gabe dieser Mittel stets ein ungutes Gefühl... Im Nachhinein bin ich fast sicher, dass Harry diese Behandlung mehr Schaden, als Nutzen brachte. Seit einigen Monaten ersetze ich nun diese Tabletten komplett durch Heilerde und durch Zugabe der B12-Tropfen, die wir unter das Futter mischen. Und was soll ich sagen: Es geht ihm seit Absetzen des Magenmittels sehr viel besser !

Wir sind super, super happy, dass es unserem Schlawiner trotz des Megaösophagus so gut geht und wir evtl. einen Weg gefunden haben, mit dieser Krankheit umzugehen. Es ist zwar nicht immer einfach, alles zu managen. Gerade auf Reisen usw. ist es bei Harry´s Größe und seinem entsprechenden Gewicht von 31kg nicht immer einfach, ihn gut hochzuhalten. Aber Not macht erfinderisch ! So kann man beispielsweise auch auf dem Autorücksitz prima aufrecht vor sich hinschlummern.

... wir lassen uns nicht unterkriegen und berichten (mit Juliane´s Genehmigung) natürlich weiter !!!

Andrea & Harry

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last update: 2008-Mai-05   

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